Ein paar Gedanken dazu:

Für die, die mich als Ökospinnerin abtun wollen, gleich vorweg: Ja, ich halte es für fragwürdig, ob man heutzutage, wo Mikroplastik (Reifenabrieb) in der Umwelt und im Trinkwasser, Artensterben und Umweltverschmutzung so große Probleme bereiten, noch sinnlos durch die Natur rasen muss, nur, weil es Spaß macht und weil unsere Lokalpolitiker die Aufmerksamkeit der Medien wollen.

Die Touristen, die den bayerischen Wald besuchen, kommen meines Wissens eher wegen der Ruhe und der Natur, als wegen Autorennen.

Wir, als Betroffene, wurden nur darüber unterrichtet, dass wir am Tag der Rallye unser Dorf nicht verlassen können. Mir wurde gesagt, für den Fall, dass ich dringend weg müsse, könnte ich das Auto an der Hauptstraße parken. Da darf ich aber nicht hingehen.

Besucht werden können wir an dem Samstag natürlich auch nicht. Auch Post werden wir nicht bekommen.

Ich will nicht übertreiben und sagen, dass das Freiheitsberaubung ist, eine Frechheit ist es aber auf alle Fälle. Wer darf noch seinem Freizeitvergnügen nachgehen und dabei Menschen daran hindern, sich frei zu bewegen? Nicht nur das, wir begeben uns in Lebensgefahr, wenn wir den Anordnungen nicht Folge leisten.

Nachzulesen hier: https://3-staedte-rallye.de/rallye_de.html#anch_results

Es hat uns auch niemand gefragt, ob es uns stört, den ganzen Tag vorbeirasende Autos hier zu haben. Ja, ich weiß, es sind nur 2 Läufe von je 1 1/2 Stunden, da ich diese Rallye aber schon einmal als Anwohnerin erlebt habe, weiß ich, dass es zwischen diesen beiden Läufen nicht ruhig ist. Genausowenig wie am Tag davor. Auf die Nachahmer freue ich mich auch schon. Wir haben Kinder hier im Dorf!

Dass die Strecke zu großen Teilen durch kleine Dörfer mit Weidetieren direkt an der Straße führt, scheint auch niemanden zu beschäftigen. Es gibt hier und in den umliegenden Dörfern, Schafe, Rinder, Pferde und Hühner, die alle in Panik geraten werden. Ganz zu schweigen von den Wildtieren. Tierschutzkonform ist das nicht und die Fehlzündungen nerven nicht nur die Tiere.

Ich bin schon gespannt, wie die Verantwortlichen es bewerkstelligen wollen, mich davon abzuhalten, über die Straße zu meinen Pferden zu gehen. Soll ich vom Garten aus zuschauen, wie die sich in Panik umbringen? Übrigens werde ich filmen und den ADAC gegebenenfalls zur Verantwortung ziehen. Stoppen die Verantwortlichen eigentlich den Lauf, wenn sich ein Pferd ein Bein bricht und der Tierarzt gebraucht wird?

Für uns heißt Ihr Vergnügen auch, dass wir am Tag zuvor unsere Katzen einfangen und einsperren müssen. Bei den Pferden werde ich zusätzliche Zäune ziehen müssen, damit sie nicht direkt neben der Strecke stehen. („Immer daran denken – auch auf Geraden oder scheinbar leichten Kurven kann ein Rallyeauto von der Strecke abkommen!“ steht in den Sicherheitshinweisen des ADAC.)
Das kostet Zeit und Geld und Nerven.

Der ADAC beschäftigt uns also doch einige Zeit und hält es für vertretbar, uns von 8.00 morgens bis 17.00 nachmittags daheim festzuhalten. Zu der süffisanten Frage des Mitarbeiters, der die Infozettel verteilt hat, ob wir denn hier eine Motorsport- Gegnerin haben, kann ich nur sagen: „Nein, haben wir nicht. Es gibt genügend Strecken und Ringe, auf denen der Motorsport ausgeübt werden kann.

Die Freude über die mediale Aufmerksamkeit durch die Rallye, die so hervorgehoben wird, halte ich in einem Gebiet, das sonst mit Attributen wie Nationalparknähe, Luftkurort, Ruhe, unberührte Natur u.s.w. wirbt, für eher „lustig“.

Was sagen eigentlich die Vertreter der Naturschutzverbände dazu?
Ich finde, es wäre nur fair, wenn man ( die Veranstalter und die Lokalpolitiker) die Anwohner vorher fragen würde, ob sie mit der Rallye einverstanden sind.

Diesen Text habe ich auf die Facebook- Seite der ADAC 3 Städte Rallye, unter ein Video unseres Landrats Herrn Gruber, gestellt.

Dort kam keine Reaktion, ich bekam aber Besuch vom Haus- und Hofdiplomaten des ADAC, der sich bemühen wollte, eine Lösung mit mir zu finden.

Nach einigen Minuten netter Unterhaltung mit Vorschlägen, wie man meine Pferde beruhigen könne (Anbinden, Zaun bauen), die jedoch nicht weiter zielführend waren und dem Hinweis, dass die Rallye auf jeden Fall stattfinden werde, beendeten wir das Gespräch, nachdem ich mit dem freundlichen Hinweis versehen wurde, dass Toleranz die Tugend der Intelligenten sei.

Natürlich würde ich mir sehr wünschen, dass die Rallye- Freaks so intelligent wären, zu tolerieren, dass ich ihr Gerase hier nicht haben mag.

Schließlich haben wir uns dieses Haus gekauft, weil die Natur hier noch intakt ist und wir die Ruhe wollten.

Die Touristen, die ich inzwischen gefragt habe, was sie von der Rallye halten, fanden es fast alle schlicht und ergreifend bekloppt, dass unsere Lokalpolitiker die Vorzüge, die der bayerische Wald (ohne Rallye) bietet, nicht schätzen und schützen.

Meine Rede………..

Comment :

klausmonster

Hallo Bewohner des Wolfenhauses,

ich find eine derartige Aktion so was von krass, schlimmer geht’s nimmer, braucht doch nur eine Minderheit. Ich würde sowas als Politiker nicht erlauben.

Mein Mitgefühl und Gruss an Russ
Klaus

(reply)
    Pia

    Danke, Klaus!
    Gut, zu wissen, dass andere die Rallye auch nicht befürworten!
    Grüße,
    Pia

    (reply)